Verfasst von: sanddancer | Januar 21, 2006

Film – Populärmusik aus Vittula

Was machst du, wenn du in der tiefsten Pampa wohnst und raus willst?
Du erfährst den Rock!
(„Was eine E-Gitarre?“)

Das Leben, welches aus Elchjagen, mit den Nachbarn streiten, Holz hacken, Sauna gehen, Brot backen und Kirche gehen besteht, ist rauh in Lappland und die strengen gesellschaftlichen Verhältnisse sind in den Bewohnern von Pajala tief verwurzelt; in Pajala einem Ort in Lappland zwischen Schweden und Finnland. D.h. eigtl. gehört es zu Schweden, aber das weiß keiner so genau.
Matti und Niila wollen da raus, spätestens als sie das erste Mal „Rockmusik“ hören. Raus nach Stockholm, England, Amerika, China. Während sie ihren Alltag leben, mit all seinen Eigenarten, von Saufgelagen, Famillientraditionen (die darin bestehen deinen ärgsten Feind im Dorf zu hassen), einer „Tunte“ der mit magischen Mittel (= Drogen) den Leuten im Dorf mit ihren Problemen hilft, Fischen usw. träumen sie Musik zu machen. Eine Musik, die von der Dorfgesellschaft und erst recht von Niilas Vater (der eienr strengen Christensekte angehört) als „knapsu“-verweichlichend angesehen wird und die Härte der Männer in den Dreck zieht. Durch eine Platte ihrer Cousinen aus England können die beiden Jungen sich dem Rock aber nciht entziehen.
Es scheint, als sie einen neuen Musiklehrer bekommen, dass ihr Traum Erfüllung geht. Der neue Musiklehrer besticht die Leute mit seiner lockeren Art und Weise, z.B. jeden mit „hei, wie gehts denn so“ anzusprechen und bringt in das Dorf einen Wind von Lockerheit, Unzwanghaftigkeit, Moderne und auch Freiheit? Jedenfalls schafft er es ein Bandequipment für die Schule zu bekommen. Die Stunde von Niila und Matti hat geschlagen. Mit zwei weiteren Freunden und unter Gregors Aufsicht (der Musiklehrer) werden sie zu einer Band und schaffen sich damit Respekt im Dorf.

Populärmusik ist ein Film von vermischter Komik (einfach die witzigen Momente des Lebens, ungestellt und primitv) und Tragik oder Melancholie. Die Tragik zeigt sich besonders in der Figur Niila, der von seinem streng christlichen Vater immer geschlagen wurde, bis er mit seinem Bruder ihn selber verhaut. Seine Familie ist zerrüttet und so auch sein Gefühlszustand. Er findet keine Liebe wie Matti, bzw. seine Liebe und Leidenschaft gehört der Musik. Und so ist er schließlich der einzige der abhaut, in die „Fremde“ geht und früh sterben wird. Matti erfüllt Niila am Ende seinen Lebenswunsch, einmal auf dem Himalaya gewesen sein und zerstreut seine Asche im Wind.

Der Film zeigt die Jugendzeit der beiden Jungen, die durch eine besondere Freundschaft (seit der Kindheit) verbunden sind.
Er erweckt in einem, die Sehnsucht nach der Jugendzeit und nach Rockn´n´Roll.
Und er zeigt, wie Kreativität und Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen unterdrückt werden kann.
Einfach zum Lachen rührend.

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Responses

  1. also wer den film sehen will, dem war das definitiv zuviel gespoile….

  2. Es soll ja eine Art review sein und keine Vorschau.


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