Verfasst von: sanddancer | Januar 28, 2006

Buch – Maytas Geschichte – der Traum einer Revolution

„Was machen, wenn man überall Elend und Ungerechtigkeit sieht? Dreck, Tote und Gewalt an jeder Ecke.“
Wo Mayta lebt herrscht Elend, in Peru. Mayta wollte eigentlichPrieste werden, um dann Politik zu lernen. Eine Politik des sozialen Umsturzes, der Revolution.
„Was machen? Am besten einen Hungerstreik!“
Der junge Schüler Mayta fängt an, einen Hungerstreik durchzuführen, als menschliche und christliche Solidarität zu den Armen im Land. Er kommt ins Krankenhaus.
Und dann die Revolution.

Das Buch „Maytas Geschichte“ (Mayta, des ersten Revolutionärs in Südamerika), von Vargas Llosa, hat einen besondern Rahmen. Es erzählt von einem Schriftsteller, der sich als Klassenkamerad Maytas ausgibt, um über ihn, Maytas, über einen Revolutionär zu schreiben und die Wahrheit über die Vorgänge der kurzen Revolution in Peru herauszufinden. Aus den Zeugen-, Verwandten- und Beteiligtenaussagen bastelt der Schriftsteller (s)eine Geschichte über Maytas zusammen. Er versucht aus den verschiedenen zwiespältigen Aussagen die Stückchen an Wahrheit zusammenzufügen.
Im Endeffekt schreibt und erfindet er die Geschichte über den Revolutionären Maytas.

Es beginnt mit Maytas Kindheit. Mayta hat einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Das Elend um ihn herum, schmerzt ihn und er beginnt einen Hungerstreik zu machen, der ihn ins Krankenhaus bringt. Das Leben geht weiter und der ehemalige Ministrant, übersetzt in seiner Freizeit linke frz. Schriften und liest politische Artikel. Den Glauben verliert er. In einer Diskussion mit einer Nonne wir deutlich, dass beide die gleiche Einstellung zum Elend haben. Aber es kommt für Mayta der Punkt wo er sagt; „Es reicht. Gegen soviel Ungerechtigkeit kann man nicht mit dem Versprechen des ewigen Lebens angehen. Gott hört mich nicht.“
Er interessiert sich für die sozialistische Revolution, sein Traum und Ziel, das Elend zu beenden. Bald hat er eine „eigene“ Partei, die trotzkistische Por (t), bestehend aus 7 Mitgliedern. Es folgen Festnahmen und Folter durch Militärs der Regierung.
Dann trifft er einen jungen Mayor, Vallejos. Eine Person, für die Politik aus Gefühlen, moralischer Empörung, Rebellion, Idealismus, Träumen, Mystik und Großzügigkeit besteht.
Für Mayta ist der Alferez ein naiver Träumer. Zunächst, er lernt ihn besser kennen und er wird sein Verbündeter. Denn der Mayor hat militärische Mittel, um einen Umsturz zu verwirklichen, Pläne geschmiedet und arme Bauern auf die Revolution vorbereitet, während Maytas in bürokratischen Aufwand seiner Partei versinkt. Theorie ist eine Sache, Praxis eine andere. Mayta versucht vom Feuer des Mayors angesteckt alle kommunistischen Parteien zur Revolution zu bewegen.
Aber stattdessen geht alles schief. Keine Partei macht mit, die revolutionäre Gruppe besteht aus 9 Leuten (5 Kindern). Die Bauern sind nicht gekommen. Die Revolutionären versuchen zu den Dörfern ins Hinterland zu gelangen und dort den Angriff zu starten. Aber alle werden umzingelt, Vallejos getötet. Sie waren von ihrem Wunsch nach Revolution blind geworden.
Was bleibt?
der Traum? Mayta ist stolz, ihn begonnen zu haben. Die Möglichkeit einer Revolution besteht (wie man später an Kuba sehen konnte) und Maytas Revolution ist ein Beispiel.

Am Ende trifft der Schriftsteller den wahren Maytas, ein kranker Mann, der mit seiner Familie in einem heruntergekommenen Viertel lebt. Mayta kämpft nun für fließendes Wasser.
Und der Schriftsteller erkennt, dass viele Dinge seines Romans nicht mit Mayta übereinstimmen.

Ein gutes Buch in dem gezeigt wird, warum Menschen, von Schmerz und Zorn der Armut, gesellschaftlichen Verhältnissen, Diktaturen, Ungerechtigkeit, Gewalt und Hunger, bewogen werden, eine Revolution beginnen. Wie Idealismus, die Realität verschönert und wie die Realität am Ende aussieht.

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Responses

  1. Die Realität ist so depremierend das man sich irgendwo hin flüchten muß. Alles was bleibt sind Träume. Alles wohin ich flüchten kann sind Träume.


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