Verfasst von: sanddancer | März 9, 2006

Film – Syriana


„Delete the target“ das waren die letzten Wort, bevor der arabische Thronfolger und seine Familie ausgelöscht worden. Unerwartet von einer, von Amerikanern, abgeschossenen Rakete. Man sieht aus der Vogelperspektive die Beduinen, die Schafe, die Autokolonne mit dem Thronfolger und seinem westl. Berater und irgendwann heißt es „target destroyed“.

Es scheint als ob der Film ein Epsiodenfilm wäre. Es gibt verschieden Teilszenen, die am Ende aber alle irgendwie miteinander verbunden sind.

Der arabische Prinz Nasir ist ein Politiker, der mit der Hilfe des westl. Wirtschaftsberaters Bryan sein Land Iran aufbauen will, Demokratie, Parlamentswahlen, Frauenrecht einführen will quasi ein aufgeklärter Despot. Bryan der ihmr das eurasiatischen Dreiecks im Sand zeigt, erklärt ihm das Prinzip neoliberaler Profitmaximierung, damit Nasir sein aufbauen will.
Das Problem ist (dh. das Problem für die westl. Machthaber), er lässt sich nicht von anderen Ländern abhängig machen und wird so für manche ein Dorn im Auge, vor allem für amerik. Wirtschaftsbosse.
Die Szene im Sand zeigt, wie Politik und Wirtschaft „von oben“ geleitet wird. Ein Stecknadelkopf, ein Kreis auf der Landkarte, das ist der Machtbereich (der CONNEX-Ölfirma).

Bryan, der durch einen Unfall eines seiner Kinder verliert, geht dadurch eine Metamorphose durch. Nicht die Karriere wird das wichtigste, sondern andere Sachen wie der Demokratiewillen des Prinzen, das wahre im Leben.
Die Rollen des schwarzen Anwalts Jeffrey und Bob sind zwielichtiger. Jeffrey soll die Fusionen und Machenschaften der Ölfirmen absichern bzw. überprüfen und entdeckt Betrug und Korruption, während er private Probleme mit seinem arbeitslosen Vater hat.
Bob ist ein CIA-Agent, der durch Eigenständigkeit von der Geheimdienstzentrale nicht mehr gewollt wird und auf eine besondere Mission geschickt wird, dabei in Libanon landet und in einer Folterkammer seinem Tod vor Augen hat: „Wenn man keinen Glauben hat, dem man abschwören kann, was dann? Dann sitzt man in der Scheiße.“ Ein Opfer politischer Willkür?
Ein Opfer, der Strippenzieher im Hintergrund, die an ihren Schreibtischen sitzen und die Welt lenken oder besser gesagt zu ihren Vorteil lenken.
Dann gibt es noch einen Arbeiter, der das soziale Problem in Ländern darstellt. Er als Ölarbeiter wird arbeitslos, durch wirtschaftliche Veränderungen, in einem fremden Land, von dem er wie Dreck behandelt wird und schließlich in die Fänge von Fundamentalisten gerät.
Endlich wird er akzeptiert bzw. benutzt, von Islamisten, die die Diskrepanz von Moderne und Natur predigen und Religion und Staat als eines sehen. Die liberale Welt als Qual …und als Erlösung ein Selbstmord, der zur Reaktion machtimperialistischer Politik wird.
Und dann ist da noch der Ölbaron Jimmy, der als konservativer Machtpolitiker nicht vor Gegner, Mord zurückschreckt, sein Hobby ist die Jagd. „Korruption ist der Grund, warum wir gewinnen.“

Das besondere an Syriana ist, dass es keine Hauptfigur in dem Sinne gibt, sondern, dass alle Schicksale miteinander verbunden (komplex wie die multipolare Welt selbst) sind und die Hauptfigur sozusagen das Geschehen selbst ist.
Dabei werden globale Probleme ihre Ursachen und Folgen dargestellt. Der Westen ist dem Osten überlegen und der Westen will auch, dass es so bleibt.
Ein Film über Gewalt, Politik in der Zwangsjacke der Wirtschaft (ÖL) sowie der Globalisierung, westliche Überordnung und (geheimdienstliche) Beeinflussung abhängiger 3. Welt Staaten, in diesem Fall der Nahe Osten, und vor allem um Macht. Die Würde des Menschen, Moral und Recht, was eigtl. Prämisse sein sollte, wird als wertloser Schwachsinn betrachtet.
Daher muss auch der Prinz, der zunächst nicht als Nachfolger vom Vater ernannt wurde, aber dann die obersten Leute überredet, sterben, als Gefahr der momentanen Machtstellung.
„Wir verdanken den Amerikanern sehr viel, aber diese Schuld ist beglichen.“

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