Verfasst von: sanddancer | Mai 22, 2006

der satirische Tag (!)

Duftende Tortellinies, die ich nicht mal buchstabieren kann, drehen sich in meinem Gaumen. Nun das ist das erste Essen des Tages, während es draußen regnet.
Wisst ihr was?
Es darf geträumt werden in unserem Land. Die Fußballweltmeisterschaft steht vor der Türe und wird alle mit in ihren Bann ziehen. Na klar ist Deutschland Favourit, hinter den ganzen anderen Topteams und auf jedenfall im Finale dabei. So lauten die ersten Prognosen und ich sage euch Lehmann fliegt wegen Roter Karte raus. Jedenfalls die fußballbegeistertende Masse unseres Landes richtet sich häuslich ein und man erartet mit Freude die vielen fremden Gesichter in unserem Land.
Während die einen träumen, kommen die anderen deswegen nicht mal zum Schlafen. Stattdessen werfen sie mit Schlagwörtern von No-Go-Areas bis hin zu Hooliganschlachten um sich und pissen sich in die Hosen, dass gewisse fremdenfeindliche Hirntote wieder Opfer aussuchen, auf denen sie einprügeln können. Und das während der Weltmeisterschaft? Nein,das darf nciht passieren. Was soll man denn da sagen, wenn die ganze Welt zuschaut? Etwa: „Ich habe in die Hose gepisst?“
Aber das nur als Nebensache, denn eigentlich will ich auf tagesaktuelle Geschehnisse eingehen
die sich im fernen Lande, hinter dem großen Gebirge der Erde, hinter weiten unterdrückten Steppen, abspielen. Da liegt es nämlich, das alte oder doch neue Reich der Mitte. Seit Jahrhunderten ist es ein Land, was uns immerwieder in großes Staunen versetzt.
Wie im Moment, wenn jede 4 Stunden neue Nachrichten aus China eintreffen;
Jangtsee Staudamm, Olympiaausträger, Wirtschaftsboomer und vieles mehr oder sollte ich besser sagen Jangtsee Sauladen, Umweltärger, Bauernlooser??
Nun Frau Merkel, die Bundeskanzlerin aus Deutschland, hat sich auf die Reise gemacht um mal gründlich die Nase bei ihren chinesischen Kollegen reinzustecken und an allen Ecken zu schnuppern. Nach gelunger Bundeskanzlerwahl bringt sie das nötige mit, Selbestbewusstsein, Macht, Erfahrung mit männlichen Politikern (wer waren nochmal Schröder, Bush und Putin?) und vor allem ihr weißes Jackett, als Zeichen des Friedens oder vielleicht ist das nur eine kluge Taktik weiblichen Instinkts, egal.
Ihre Liste ist lang die sie Jiabao vorhält; Iran, Wirtschaftsbeziehungen, Technologiediebstahl, USA, Religionsfreiheit, Menschenrechte usw. Einig ist man sich, dass der Iran keine atomaren Spielzeuge bekommen darf, nachdem Ahmadinedschad sich sowohl in Deutschland als auch in China in verschiedenen Atomkraftwerken als Praktikant beworben hatte.
So kam dann schließlich auch nach nüchternen und sehr guten Gesprächen die Zusicherung „der Schutz des geistigen Eigentums“ heraus, sowie ein Millionendeal von Siemenslokomotiven.
Aber was mag das wohl heißen „Schutz des geistigen Eigentums?“. Es heißt wie ein Sprecher von Fr. Merkel erwähnte: „Jeder hat das Recht, seine eigenen Gedanke, als sein Eigentum zu nennen. Das ist die Basis für weitere Verhandlung bis zur Meinungsfreiheit.“
Unglücklicherweise kam bei uns gerade die Nachricht, dass das Anbaugebiet eines großen chin. Dorfes, aufgrund von Erzvorkommen, die man in der Nähe des Dorfes fand, enteignet wurde. Die protestierenden Bauern wurden unter Feuerwerk geohrfeigt und niedergeknüppelt.
Die Behörden konnten keine Gesetzeswidrigkeit finden. Denn die eigenen Gedanken wurden ja geschützt. Wie sie hießen ist Nebensache, denn von Gedankenäußerung ist ja keine Rede, wie denn auch? Aber man wird in Zukunft wohl besser aufpassen.

Für das erste war der Auftritt im Reich der Mitte wohl gelungen. Demnächst ist ein Besuch des Chinesen in Deutschland geplant. Ein Besuch auf dem Oktoberfest ist im Gespräch. Da kann man bei Lederhosen, Brezel und Bier vielleicht auch die nächsten wichtigen Themen in Angriff nehmen. Die bisherigen Erwartungen weitaus übertreffenden Ausmaße des Jangtseeprojekts besprechen, Umweltstandards, Zensur von Google und Co., Olympiahilfe, die gewünschten Menschenrechte und sonstigen Freiheiten. Als kompetenter Gesprächspartner wäre dann auch gleich Edmund Stoiber zur Stelle, der immer für einen demokratischen Ratschlag gut ist, damit am Ende plötzlich das Oktoberfest nicht in Shanghai zu finden ist oder die deutschen Produktsiegel, der aus China importierten Produkte, nicht auch noch in China angefertigt werden.
Da ist am Ende nur ein Zitat von Fr. Merkel zu nennen: „Aber wir haben an dieser Stelle noch eine erhebliche Anstrengung zu leisten.“ oder auch viele.

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Responses

  1. Iran ist genauso ein genauso wenig aggresives Land wie die Bundesrepublik Deutschland. Man soll nicht das Trauma der Iraner vergessen: 10 Jahre Kriege gegen den Irak , der damals von den USA aufgerüstet wurde.

    http://www.vaterlandslose-gesellen.de

  2. hei hei,..oder die Zerstörung der Demokratie dank der amerikanischen Ölsucht. Ein Land als aggressiv zu bezeichnen ist eh, denke ich, ist i mmer unangebracht.


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