Verfasst von: sanddancer | Juli 13, 2006

Privatisierung der Krankenhäuser?

Im Moment hören wir in den Medien ständig von Ärztestreiks und -protests. Die Ärzte protestieren gegen schlechte Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und unfähige Verwaltungen. Es scheint, dass die Stunde der privaten Konkurrenz geschlagen hat, die verspricht alles zu verbessern.

Fakt ist das öffentlich Krankenhäusern viel Geld fehlt um den hohen Ansprüchen einer guten Versorgung gerecht zu werden. Sparen statt Investitionen lautet die Devise der Politik. Vernachlässigt von einer schlechten Gesundheitspolitik können Privatunternehmer leichter Geldsummen aufbringen und die Krankenhäuser zu modernisieren und reanimieren.
Ihre Devise lautet Effinzenzsteigerung. Auf dieses Wort sollen und werden die Krankenhäuser ausgerichtet. Da kommen schnell Fragen, sowie Kritik auf:
„Führt das nicht zu einem Stellenabbau?“
„Leidet darunter nicht die Forschung und Gleichversorgung?“

Das sind schon wenige Punkte, die die gegenteiligen Positionen ausmachen.
Nicht umsonst darf befürchtet werden, dass bei Privaten der Profit, das „Bessermachenwollen“ oder das Schlucken von kleineren im Vordergrund steht. Bleibt da die Krankenversorgung im Hintergrund? Vor allem wenn sich nüchtern-kalkulierende Unternehmer an kranken Menschen verdienen wollen?
Der Gegenstandpunkt pocht auf einer hohen Qualität durch maximale Ökonomie. Die Krankenhäuser werden aufgebaut, umgestaltet, überflüssiges Personal abgebaut, kurz gesagt effizienter gemacht. Und dadurch steigert sich die mediz. Qualität.
Stimmt das?

Anscheinend, denn den privaten geht es im Moment weitaus besser als den kommunalen Krankenhäusern. Aber dieser Zustand hat viel mit der staatlichen Gesundheitspolitik zu tun. Die Umstellung z.B. von Pflegesätzen zu Fallpauschalen führte an kommunalen Krankenhäusern zu Einbußen.
D.h. vereinfachend, für bestimmte Operationen gibt es einen bestimmten festgesetzten Betrag. Nun gibt es Krankenhäuser die haben sich spezialisiert für bestimmte Fälle von Operationen und können dadurch Gewinne einnehmen, während andere Kliniken allemöglichen Krankheitsfälle operiert und nicht spezialisiert sind. Unikliniken haben meistens so unikate Fälle, dass sie automatisch defizitär arbeiten. Früher wurde nach Pflegeleistungen entlohnt. Jetzt wird versucht so gut wie möglich kostengünstig zu arbeiten, wenn man nciht zu Grunde gehen will.
Daher kam schnell der Vorwurf auf, dass private Krankenhäuser die uniakten Fälle ablehnen und nur die schnell behandelbaren Fälle aufnehmen. Das sit jetzt überspitzt gesagt, aber es gibt eine Entwicklung darauf hin. Aber eigtl. ist es die Aufgabe der Krankenhäuser alle Kranken aufzunehmen.
Dazu kommt der automatischer Personalabbau als Sparmaßnahme, was nciht unbedingt wertvoll für die Behandlung ist. Kommunikation und gegenseitige Beratung wird verkleinert.
Im Endeffekt sollte es eine staatliche Aufgabe sein eine gute und allgemeine Grundversorgung sicherzustellen und dieses Gebiet keinem Marktsystem zu unterwerfen. Ungleichheit in der behandlung würde die Folge sein, wie z.B. in den USA. Das Geld dafür muss aus der Öffentlichkeit eingezogen werden.

Das Thema an sich ist längst noch nicht abgeschlossen.


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