Verfasst von: sanddancer | Oktober 7, 2006

Zivis

„Guten Morgen liebe Zivildienstleistende, Guten Morgen Udo und Claudi!!“, mit diesen aufmunternden Worten der Lehrgangsleiter begann jeder Tag unseres zweiwöchigen Lehrgangs. Ein Zivildienstlehrgang der Diakonie zur Weiterbildung von Zivis im Bereich Altenpflege, Umgang mit Alten und Kranken Menschen. Der Treffpunkt war ein Jugendherbergähnliches Haus im schwäb-fränk. Naturschutzgebiet. Ein ruhiges Fleckchen Erde in der Natur,mit guter Luft, mit Bäumen, Wiesen und Kühen drumherum. Das Dorf hieß Lutzenberg und bestand aus 3 Häusern und einer Gaststätte. Und eben das Haus Lutzenberg. Genau hier traffen sich nun 30 Zivis. Eine Mischung aus verschiedensten „Typen“ (sonst wäre es ja auch langweilig); ein Bergsteiger, ein Footballer, ein Mechaniker, Bombi, ein Tänzer, versch. Sportler, Schwaben, Badener, usw. Wie man es drehen und wenden will, was uns verband war, wir sind Zivis, das Motto der 2 Wochen: „Wir sind doch ZIVIS“, egal aus welcher Überzeugung oder Begebenheit. So wurden wir zu einer vertrackten Einheit.

Nun die zwei Wochen Lehrgang hießen für uns neue Erfahrungen sammeln, anstatt seine Tätigkeit nach dem Prinzip „das geht scho irgendwie“ zu fabrizieren. Oder 2 Wochen Spaß zu haben und leicht verdientes Geld zu bekommen. Unsere Einrichtungsstätte entpuppte sich als gemütliches Etwas mit super Essen, schönem Ausblick ins Neckartal, netten Angestellten und angenehmer Bar im Keller. Dieses Angebot nahmen wir gerne an.

Und so konnte der Unterricht unter UDO und Claudi beginnen. Udo, ein kleiner gemütlicher Pazifist mit einem verschmitzten Gesichtsausdruck und Claudi eine clevere Frau mit durchdringenden Blick beschäfigten uns 2 Wochen mit Erlebnisspädagogik, um uns Zivis für das Leben vorzubereiten. Naja jedenfalls nützliche Tipps zu geben. Das heißt wir liefen blind durch die Gegend, bewegten uns in Grüppchen durch das Haus, lernten 30 Früchte kennen, schulten uns in Diskussionskulturen, die in Endlosschleifen endeten und ließen uns auf einer Plane tänzeln. Den Anfang machte eine Assotiationskette durch die wir alle Namen innerhalb des ersten Tages kennen lernten. Das Ende machte eine assotierende Händeschüttelverabschiedung. Dazwischen lagen alle möglichen Themen.

Unter anderem zwei interessante Gastreferentin Heidi Schietinger sowie Rosi Mizo. Heidi ist eine nette und quirlige 50 Jährige die uns die Philosophie von Kinästhetik und verschiedenen Techniken des Transportierens ohne Kraft, sowie einige Yogaübungen beibrachte. Nun, erstaunt war sie über unsere „Zärtlichkeit“. Rosi ist die Ehefrau des ehemaligen Vietnamkriegsveteranen George Mizo, der sich nach dem Vietnamkrieg der Friedensbewegung anschloss und als erster Amerikaner erste Schritte zur Versöhnung zwischen Vietnamesen und Amerikanern durchführte. Er baute das Dorf der Freundschaft in Vietnam auf. Eine Einrichtung für vom Entlaubungsgift „Agent Orange“ betroffene Menschen.

Am Abend nach dem Unterricht hatten wir Zeit zur Erholung, die etwas so aussah; Sport, Essen, gemütliches Chillen u. Trinken vor der Haustür und abwechslungsreiche Wettbewerbe in der Bar. Nett war auch, dass sich ein Sparkassenlehrgang die zwei Wochen im Hause eingenistet hatte und wir somit ein großer lustiger Haufen waren.

So passierte dies und das; Weisheiten wie „Wohin geht das rote Gummibärchen?“, „Wer ist Willi?“, „Flaschen sagen mehr als 100 Worte“, etc. wurden am laufenden Band rausgelassen. Manch einer vertauschte 146 mit 164 und bekam teure Garnellen serviert. Manche verirrten sich in dunklen Wäldern und machten sich in die Hosen. Manche verloren gegen eine Bratpfanne im Tischtennis andere im Wetten. Manche tranken zuviel, andere zu wenig.

Aber das man jetzt ja nicht denkt (Nein NIE…!) wir hätten nichts gelernt. Denn am Ende waren wir qualifiziert in Teamfähigkeit, Reflexion, Sensibilisierung und Kommunikation. So wissen wir nun, wie wir jemand anders mit einer verkehrten Stadtkarte durch eine fremde Stadt lotsen können; bitte. (…oder eine Murmelbahn baut.)

Im Endeffekt waren es zwei lustige, niveaulose u. lehrreiche Wochen mit Schlafmangel nach der man nur noch eins sagen konnte: Bäm MAN!

Und viel Glück euch allen für die Zukunft.

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Responses

  1. …nanana, ihr alten alkis….

  2. :P du kennst mich doch…ich habe mich etwas zurückgehalten


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