Verfasst von: sanddancer | Januar 19, 2007

Rauh-sanfte Klänge

Im Moment haben wir Herbst im Winter, der eigentlich ein Frühling ist. Genau der richtige Moment um sich sanft-rauhen Tönen hinzugeben.

***

Und ehe man sich versieht steht man an der Straße, mit einer Gitarre in der Hand und zupft seine Gitarre, oder besser gesagt sieht beim „Durch-die-Stadt-schlendern“einen Gitarristen, am besten mit Halstuch und Hut, mit ein wenig Hippietouch. Musik, die eh niemand hören sich gestehen will. Oder doch? Man traut sich nur nicht stehen zu bleiben und zu lauschen. Man hat es natürlich eilig.

Der Musiker singt, singt wie ein Bluessänger, die auch die einzigen sind, die sich in den Dreck der Straße geben. Welcher Musiker würde das schon machen. Sich hinsetzen, eine Gitarre nehmen und spielen. Singen von den Problemen der Welt, den inneren Schmerzen, die im Endeffekt keiner hören will und er dann nur noch darüber schmunzeln kann, wie sich alle die Ohren zu halten; Wenn die Musik nicht schön wäre. Kein Musiker, was auch immer er für dreckige Musik er macht, setzt sich dahin, wo sonst nur Bettler sitzen.

Menschen gehen vorbei, sind begeistert, sind neidisch würden aber nie tauschen. Eine Vorstellung des charmanten Cubastraßenmusikers kommt hoch, ein Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit überkommt sie, während im Hintergrund die Skyline leuchtet. Was für viele in unendlicher Ferne schwirrt. Eine Fassade von Glück. Menschen die verloren haben, was der Sänger besitzt, Geduld. Seine Geduld, dass irgendwann jemand seine Musik hört. Aber er spielt sie nicht für andere, sondern wegen der Musik selber und fügt sich in die a-dyllische Großstadtromantik.

Dann irgendwann nach mehreren Stunden setzt sich, wenn der Musiker es selbst nicht mehr aushalten kann, denn wer kann es schon aushalten an einem verrotzten Ort mit kaugummibecklebten Boden zu sitzen, vor zerissenen Plakaten und zu spielen, während alle davonlaufen aus Angst sich zu entblössen, setzt sich dann ein Alkoholiker hin und gibt dem Bild eines verdreckten Straßenmusiker eine sanft-rauhe Umrundung. Und vielleicht, irgendwann, fängt auch jemand an zu tanzen.

So spielt er weiter, fast botschaftlich ins Ahnungslose, er will in die moralische Seele der Menschen spielen. Die Nacht bleibt dunkel.
Ein Bild eines Straßenmusikers…es bleibt seine Einsamkeit, seine Einfühlsamkeit, seine Ziellosigkeit, seine Wunschlosigkeit, seine gefesselte Freiheit, seine momentane Verehrung, der Zug um ihn herum, seine Tragik, seine unendliche Geduld dem dunklen Cityleben ein wenig Farbe zu geben. Bewusst das er ein Teil der Nacht ist.

Bis er zum nächsten Ort zieht.

***

when the night feel my song

Advertisements

Responses

  1. wie kommts zu diese inspiration…hat dich der „gaznsinger“ beschäftigt ?

  2. nein. gar nicht.

  3. aso…


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: