Verfasst von: sanddancer | März 31, 2007

Deutsche im Krisengebiet

Vor zwei Wochen hatte ich ein Gespräch mit einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten. Aufgrund von Geldmangel und Ungewissheit hatte er sich verpflichtet. Seine Verpflichtung führte ihn in die Krisengebiete der Welt. Nicht die neueren Einsätze Afgahnistan oder Kongo hat er miterlebt, sondern den zweiten Golfkrieg und den Balkankonflikt.
Nun ist er LKW-Fahrer und verdient damit seinen Unterhalt. Als ich mit ihm unterhielt machte er auf mich zunächst einen Eindruck einer gewissen Ungehobeltheit und Respektlosigkeit, als typischer Bildleser. Erste Eindrücke täuschen, in Wirklichkeit war er sehr direkt, manchmal etwas aufdringlich, aber doch ehrlich und freundlich.

Sein erster Einsatz begann im ersten Irakkrieg, in dem die deutsche Regierung eigentlich ohne Truppen, sondern vor allem mit finanzieller und technischer Hilfe die Alliierten unterstützten. Als offizieller Sanitäter sollte er nicht direkt in den bekämpften Gebiet unterkommen. „..Doch es kam anders, man fand sich plötzlich im Kampfgebiet wieder.“
Bewaffnet in der Not sich zu verteidigen oder auch anzugreifen, wurde er direkt in Gefechte verwickelt. „Dann zählt nur noch wer zuerst schießt…“.
Ähnlich verlief der Einsatz am Balkan, in der die deutschen Truppen offiziell eingriffen.
„Überlebt hat er..“, war seine Aussage und vielleicht die Einsicht nicht sinnlos sterben zu wollen.
Aber er sagte mir, dass deutsche Truppen schon in Krisengebiete eingesetzt wurden und dort kämpften lange bevor die Öffentlichkeit was davon erfuhr oder gar nichts. „Es ist viel Unklarheit dahinter und entscheiden tun die da oben“.

Doch ist es nicht unser Recht zu wissen, wo unsere Regierung Soldaten hinschickt?
Die eine Generation „..sagt nie wieder, wir haben es erlebt.“ Die nächste muss diese Erfahrung erst machen, weil sie einfach nicht einsehen will, dass Gewalt nicht die Mittel zur Lösung sind.

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Responses

  1. Nun ja – ich würde Aussagen von ehemaligen Bundeswehrsoldaten, was sie nicht alles so erlebt haben, stets mit Vorsicht genießen. Als Faustregel gilt: wenn die Hälfte stimmt, ist es nicht wenig.
    Und das sage ich als ehemaliger Bundeswehrsoldat.

  2. Das stimmt, das habe ich auch gemerkt. Das war alles sehr sensationell. Aber dennoch interessant.


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