Verfasst von: sanddancer | April 9, 2007

Aufstand und Mythos; der Traum einer Rebellion

Wie passiert es, dass ein Aufstand zu einem Mythos wird. Genau dieses passierte nach dem gescheiterten Osteraufstand in Ireland. Die gemäßigte Meinung schlug um. Die Radikalen bekamen Zulauf.
Natürlich war ein Grund, die folgende Politik der Briten nach dem Aufstand, der die Iren zu einer Einheit verschmelzen ließ und die Bevölkerung im Endeffekt zur ideologischen Übereinstimmung mit den Rebellen v. 1916 kam. Schnell wurden sie zu Märtyrern erklärt.

„Rebellieren: Sich lossagen oder sich mit Gewalt der Autorität eines Herrschers oder eine Regierung widersetzen, gegen diese autorität ankämpfen, aufsässig sein, Widerstand leisten.“
So oder so ähnlich steht es in den Wörterbüchern geschrieben. Dieses Motto haben alle Rebellen verinnerlicht. Egal wo und wann in der Geschichte. Umschrieben hat es ein irischer Rebell mit folgenden Worten: „Es gibt einen Punkt, da schlägt das Gefühl gedemütigt zu sein in den Wunsch um, all dies zu überstehen, um zu leben und zu kämpfen.“ Jahrelange Unterdrückung lässt in den Menschen eine Wut entstehen. Die Folge ist, dass sich eine kleine gewaltbereite Gruppe bildet, die durch ihre Aktion versucht Sympanthen zu gewinnen. Wenn sich die fremde Politik nicht ändert, hat sie große Chancen.

Die Iren lebten unter jahrhundertlanger Unterdrückung. Dennoch war zum Zeitpunkt des Aufstandes eine relative, für diese Zeit, gut entwickelte Diplomatie begonnen worden. Der Versuch das „Home rule Gesetz“ in Stand zu bekommen, zeigte die guten Absichten der Politik. Dennoch war sie zum Scheitern verurteilt; aus drei Gründen.
– Die Diplomatie der Nationen am Anfang des 19 Jahrhunderts richtete sich v.a. auf eigene Bereicherung und Nutzen. Das ist heute vllt. auch nicht groß anders, aber der entscheidende Unterschied ist, dass keine grundlegende gemeinschaftliche und humane Basis vorhanden war.
– Zweitens war Ireland aus der Geschichte her ein Pulverfass. Die Probleme der Vergangenheit wurden schnell in Erinnerung gerufen. Das Vertrauen in eine diplomaitsche Politik, die letztendlich Ireland mehr Freiheiten, die Freiheit schenken sollte, war nicht sehr groß.
– Drittens lebte in Ireland die Minderheit der protest. Unionisten, die v.a. durch die Briten stark beschützt und aufgerüstet wurde. Jene zeigten große Furcht und Drohung vor einem freien Ireland. Das Gebiet wurde das spätere Problem Nordireland.

Der Aufstand an sich entstand durch den geglaubten günstigen Zeitpunkt des ersten Weltkrieges. Die Patrioten fanden sich zusammen, aber eine kleine Gruppe führte ihn durch. Mit ihr viele patriotische Führer, die dem Zweck einer Aufopferung bedacht war. Der Aufstand sollte die Bevölkerung aufrütteln. Denn das eigtl. Hauptziel Ireland unabhängig zu erkämpfen war utopisch.
Diese Mobilmachung gelingt tatsächlich. Die irische Bevölkerung verurteilt das dramatische Schicksal der Rebellen und das britische repressive Vorgehen. Die Vorurteile des unterdrückenden Besatzers erfüllen sich. Die gemäßigte Politik und Zurückhaltung wird v. allgemeinen Protest verdrängt, der Mythos entsteht. Der Weg zur Gewalt hat sich eröffnet. Das Problem war, dass sich England nicht ihrem Anspruch auf Ireland lösen wollte und konnte. Verständlich war der Ärger groß nach solch einer verlustreichen Rebellion und nach der gemäßigten Politik. Dazu musste man die Ordnung erhalten. Aber die Einsicht im Unrecht in Ireland zu sein, konnte nicht aufgehoben werden. Die Fehler wurden wiederholt.

Der Traum nach Unabhängigkeit und ebenso das Mittel der Rebellen wurde übernommen und als berechtigt angesehen. Wie weit ist sie aber berechtig? Gewaltsamer Widerstand zur Befreiung eines Staates. Ist es ihr Recht für das eigene zu kämpfen und ist es ein Mittel? Und in wieweit verbessert oder verschlechtert sich dadurch die Situation?

Die nächsten 80 Jahre ist Ireland v. gewaltsamen Auseinandersetzungen erschütter. Die gegensätzlichen Meinungen konnten nicht friedlich gelöst werden. Erst ab der Unabängigkeit 1949 verbesserte sich die Lage.

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