Verfasst von: sanddancer | April 24, 2007

Lidice, ein Symbol v. Tragödie und Hoffnung

Eigentlich ist man es als Deutscher satt Nachrichten, Zuegnisse und sonstiges aus der NS-Zeit zu hören. Immer diese schlechtmachenden Erinnerungen, hört man öfterst. Natürlich ist diese Sichtweise schockierend. Vor allem wenn ein deutscher Ministerpräsident hist. Wahrheiten verdreht und mindert. Daher möchte ich alles andere als dennoch eine weitere Geschichte dazufügen. Die Geschichte einer Zeitzeugin und eines Dorfes, das willkürlich im 2. Weltkrieg v. Deutschen vernichtet wurde.

Das Dorf heißt Lidice und war damals ein kleines Bauerndorf bei Prag mit 503 Einwohnern. Als 1942, nach der dt. Okkupation Tschechiens, SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich einem Attentat zum Opfer fiel, löste dies eine massive Vergeltungsmaßnahme der Deutschen an der tsch. Zivilbevölkerung aus. Hitler selbst gab den Befehl 30000 Menschen töten zu lassen, was aber durch rüstungsbezogene Nachteile zurückgesetzt wurde. Stattdessen wurde ein Dorf als Vergeltung ausgewählt. Die Wahl fiel auf Lidice, was versteckt in einem Tal, gut zur schnellen Vernichtung geeignet schien.
Am 10 Juni 1942 überschlugen sich dann die Ereignisse, als die deutschen die schockierten Einwohner des Dorfes in der Nacht überfielen. Die Gestapo und die SS umstellten das Dorf und töten alle 173 Männer auf der Stelle. Von den 98 Kindern wurden 12 aussortiert und der Rest in Chelm vergast. Die Frauen zum Arbeitsdienst nach Ravensbrück gebracht. Nach dem Krieg kehrten 143 Frauen und 17 Kinder zurück. Lidice wurde zum Symbol menschenverachtender Verbrechen und wurde mit vielen Spendeaktionen wieder aufgebaut. Die Verbrecher filmten die Liquidierung des Dorfes. Dieser Film ist in erhalten geblieben und diente als Doku. 317 als Beweis gegen die Nazis bei den Nürnberger Prozessen.

In Lidice ist eine Gedenkstätte und ein Museum errichtet worden. Bedächtig liegt es in einem weiträumigen und einsamen Gegend zwischen Birken und einem kleineren See. Fernab von Besucherströmen trifft das Geschehen jeden Besucher automatisch, egal von welcher Hautfarbe, emotional.
Zwar ist der Sinn von Geschichte und historischen Untersuchungen sicherlich nicht den Menschen emotional zu berühren, denn was die psychologischen Angelegenheiten betrifft kann die Geschichte keine Antworten finden. Die Ängste, die Umstände und Befinden zeigen ihm seine Grenzen auf. Daher unterscheidet sich der Bericht eines Zeitzeugen von einer Geschichtsanalyse. Aber oft ist Emotionalität der einzige Weg den Menschen geschichtliche Ereignisse näher zu bringen und sich selbst zu verstehen. Wenn das indirekte Betroffensein eine Reflexion auslöst und nicht bei einem „oh wie schlimm bleibt“, dann ist eine Entwicklung geschehen.

Von den betroffenen Frauen aus Lidice sind nicht mehr viele am Leben. Doch sie haben vieles zur weiterbildenden Aufklärung getan und verdienen nicht nur dadurch ihren Respekt…und auch Mitleid.

Bericht
Widerstand
Analyse

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