Verfasst von: sanddancer | Mai 9, 2007

Arbeitsunkultur und Burn Out

Flexibilität und Anpassungsbereitschaft, Ablaufoptimierung und Arbeitsverdichtung so oder so ähnlich werden in der modernen Arbeitswelt die Anforderungen an die Arbeitnehmer umschrieben. Stress und psychischer Druck wächst, viele Arbeiten sich krank. Der veraltete Leistungsethos sitzt in vielen Köpfen unserer Gesellschaft. „Müßßigang ist Laster Anfang“ oder „Erst die Arbeit dann das Vergnügen“ sind solche Phrasen die falsch verstanden werden. Überstunden zeigen einem, wie unersetzbar und wichtig man ist. Mit einer Erkältung sich in die Arbeit zu schleppen gilt als vorbildlich und operbereitschaftlich. Dabei kann sich das leicht ins Gegenteil umkehren, wenn man solange arbeitet bis man richtig krank ist. Anstatt sich auszukurieren um dann mit Motivation wieder weiterzuarbeiten.

Wie sieht der Weg aus bis man in eine Depression oder ins Burnout fällt?
Zuerst kommt es zur körperlichen Erschöpfung. Stress, Übermüdung, Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen sind Phänomene die auch wieder verschwinden. Aber wenn sie öfters vorkommen, kommt es zu einer Verhaltensänderung. Man fühlt sich krank, weiß dass man nicht voll leistungsfähig ist und fängt an diese Differenz aufzuarbeiten und arbeitet noch mehr. Dann passiert es, dass man völlig erschöpft gar nichts mehr zu stande bringt und verfällt in Depression und Selbstzweifel. Die Kraft zu arbeiten oder etwas zu verändern ist verloren gegangen. Es ist ein Teufelskreis; umso größer der Druck, das Arbeitspensum wird, desto schwächer wird man selbst. Umso schwächer man wird umso mehr lastet der Druck.

Was fehlt ist Ruhe und das eigene „Insichgehen“. Mal darüber nachzudenken, wie es mit seiner eigenen Arbeitssituation aussieht. Kann man sich noch übereine abgeschlossene Arbeit freuen oder ist man schon im Stress bezüglich des nächsten Projekts? Wenn man schon krank ist dann ist Einsicht der erste Schritt. Der zweite ist Gegenargumente zu formulieren. Professionelle Hilfe kann einem aus der Sackgasse helfen.
Wenn Unternehmen in die Gesundheit ihrer Arbeitnehmer inverstieren, dann können psychische Probleme verkleinert werden. Was Leute brauchen ist Wertschätzung und Anerkennung. Wenn der Lohn zu niedrig ist und die Arbeit nicht gesicher ist, dann belastet sie das. Verantwortung und Perfektionismus können sich dann leicht nachteilig umkehren.

Arbeit und Privates muss man trennen. Der Mensch kann und soll nicht primär nach seinem Arbeitspensum gemessen werden. Das Beispiel „Wer viel arbeitet ist gut“, ist schwachsinnig. Die sekundären Tugenden kann man revidieren:
„Beeil dich!“ – „Ich darf mir Zeit lassen.“
„Ich muss stark sein.“ – „Ich muss nicht stark sein, ich darf gefühle haben.“
„Ich muss perfekt sein.“ – „Ich darf Fehler machen.“
Manchmal muss man „Nein“ sagen dürfen.

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