Verfasst von: sanddancer | Mai 11, 2007

Eignungstests und unser Bildungsweg

„Die ZEIT“ verliert endgülig ihren linken Charakter. War sie früher linksliberal, kommt es mir vor, dass sie heutzutage immer mehr reaktionäre und neoliberale Züge zeigt. In der Ausgabe 18. steht ein Artikel über den Psychologen Trost der als Erfinder und Entwickler der sogenannten Studieneignungstests gilt. Eignungstest als Einstiegsweg zum Studium. Ist das die Zukunft?

Seitdem die Universitäten zu 60% ihre Studenten selbst auswählen können, was an sich keine schlechte Sache ist, greifen viele auf seine Diagnostik der Begabungsforschung zurück. Zwar kann die größere Eigenbestimmung der Hochschulen, den Studienbewerbern neue Möglichkeiten und Chancen eröffnen, selbst einen Studienplatz zu ergattern, aber andererseits kommt es den Universitäten natürlich primär auf das eigene Profil und den Ruf an. Der Wettbewerb nimmt seinen Lauf. So sollen Eignungstests den Unis bei der Auswahl v. Studenten helfen. „Wie findet man die Besten, die schnell Karriere machen und den Ruf des Hauses mehren?“
Die Frage nach Intelligenz und Begabung wurde schon in den 70ern schwer diskutiert. Wo liegen die Grenzen der Bewertung und wie genau treffen sie die wirklichen Fähigkeiten. Sollen dadurch die Eliten gewonnen werden? Die Zeit schreibt dazu „es waren turbulente Zeiten in den 70ern, als sich die dt. Unis der Masse öffneten und die Studenten zum Dank protestierten.“ Das stimmt so nicht. Erst durch den Protest auf der Basis der „New Left“ und ihrer Vorstellung der Demokratisierung des Bildungswesens sowie Öffnung der Bildung für die breite Bevölkerung konnte dieser Schritt errungen werden.
Nun das war damals. Heute arbeiten die Verantwortlichen auf eine hochentwickelte Studentenschaft und Bildungelite hin. Die Eignungstests sollen dabei helfen die optimalen Fachbegabten heruaszufiltern. Aber eigentlich wird doch im Fach selbst erst die wirkliche Begabung sichtbar. Die Fähigkeiten werden im Studium erst ausgebildet und können nicht vorausgesetz werden. Inwieweit diese Eignungstests dazu mit der echten Realität übereinstimmen ist fraglich. Es soll zwar nicht der Bildungsstand oder „ob geeignet oder ungeeignet“ ermittelt werden, sondern das Potenzial für ein Fach. Doch in ihrer Bewertung, die „lediglich“ eine Rangfolge darstellt, werden natürlcih die besten ausgewählt.
Wenn die Zeit schreibt,“ am Ende sortiere der Test nicht nach geeignet oder ungeeignet“, bildet sie einen Widerspruch gegenüber dem Begriff Eignungstest überhaupt.

Heutzutage wird der Mangel an Studenten beklagt. Die Bildung schneidet eher schlecht bei internationalen Studien ab. Dennoch wird bei der Bildung besonderen Wert auf hohe Qualifikation und Spezialisierung gesetzt anstatt auf grundlegende Bildung.
Nur, wieviel Prozent der Bevölkerung sind die Hochqualifizierten? Ich vermute vielleicht 5% von 100%.

Nebenbei mache ich solch einen Test selbst.
Die Aufgaben sind machbar, aber die Schwierigkeit besteht darin, die Fallen zu erkennen und so gut wie möglich unter Zeitdruck zu arbeiten.

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Responses

  1. na dann viel glück, dass du nicht ausgesiebt wirst !

  2. danke irgendwas bekomme ich schon:)


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