Verfasst von: sanddancer | Mai 12, 2007

Leben mit Genen

Der medizinische und genetisch Fortschritt hat viel zur Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen beigetragen. Aber die Krankheiten kann es damit nicht langfristig eindämmen. Alleine schon unsere Lebensweise lässt den zahlreichen Infektionserregern viele Chancen. Nebenbei liegt die weltweite Lebenserwartung bei 69 F./66 M. Jahren.
Aber das nur als Einstieg, denn ich möchte auf die Ära der Gentechnik oder auch Molekulargenetik zu sprechen kommen. Auf der Suche nach biologischen Erkenntnisen über die Funktionalität unseres Lebens wurde 1953 die DNS entdeckt. 20 Jahre später konnte man sie teilen, rekombinieren, einschleusen. Die Forschung der Gene rückte ins Zentrum der Naturforschung. Das führte dazu, dass die Gentechnik zur Entwicklung von Medikamenten im großen Stil eingesetzt werden konnte. Biotechnologie wurde zu einer Zukunftssymbol in der Naturwissenschaft.

Der rasante Fortschritt, der uns große Vorteile gebracht hat, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass unser Verständniss von der Wirkungsweise des Erbmaterials sehr gering ist. Das Wunschideal, dass ein Gen ein biologisches Merkmal bestimmt, hat sich als falsch herausgestellt. Auch die Identifikation, die erreicht wurde, sagt nichts über ihre WIrkungsweise aus. Es wird am Genom experimentiert ohne, dass man eine Vorstellung v. Gesamtsystem hat. Und hier liegt die Kritik an der Gentechnik.
So versucht man Pflanzen Merkmale zu geben oder bei Menschen die Anfälligkeit v. Krankheiten vorausszusagen, ohne eine genaue Bestimmung der Wirkungsweise der Gene zu kennen. Denn die Erkrankungen werden durch ein Zusammenspiel v. Genen und Umweltfaktoren ausgelöst. Die Visionen der Genetiker sind groß, aber sie stehen am Anfang. Die Utopien mit Genveränderung die Welt, das Leben, die Umwelt zu verändern sind zweifelhaft. Während wir heutzutage schon Menschen im Reagenzglas züchten können, müssen wir uns eigentlich Fragen, ob wir nicht das Prinzip alles Lebens auf Erden ignorieren? Die Natur zu planen, sei es Pflanzen, sei es menschliche Fortpflanzung, ist dem natürlichen Kreislauf selbst unbekannt. Ständig treten im genetischen Netzt Fehler auf, die im günstigsten Falle Innovationen und vom Nutzen sind, aber meistens ein tödliches Ende haben oder unbekannt bleiben.
Die Gene mit ihrer Infomrationsspeicherung sind nur eine basale Struktur im Lebendigen. Wie sie individuelle biochemische Handlungsmuster umsetzen ist weitaus unbekannt. Verschiedene Gene wirken bei der Ausprägung eines Merkmales zusammen, was der Anfang einer biochemischen Verkettung mit vielen Stoffkreislaufen darstellt. Diese wirken auf den Organismus und umgekeht sendet der eigene Organismus und die natürliche Umwelt Signale an die Prozesse und die Gene, die wiederum stimuliert werden. Kurz gesagt basiert das Leben aus einer komplizierten Verästelungen von Faktoren, deren Konfiguration ständig verändert wird.
Unsere Vorstellung einer standartisierten Genanwendung, die der natürlichen Entwicklung gegensätzlich ist, ist kaum zu realisieren.
Die Vielfalt ist das was uns die Genetik lehrt. Wir sind 6 Mrd. Menschen und alle haben einen eigenen Fingerabdruck, keiner gleicht dem anderen.
Der Versuch die Natur und die natürlichen Kreisläufe, aufgrund, ich nenne es mal, einer eigenen Wertevorstellung, anzugleichen ist gering wahrscheinlich realisierbar und für uns Menschen gefährlich. Nicht nur weil wir versuchen uns einer Utopie des perfekten Lebens zu nähern.

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