Verfasst von: sanddancer | Juni 1, 2007

Warum Protest?

Nach langen Diskussionen, ob die Reise zum G8-Gipfel anzutreten sei und nach blöden Umständen habe ich mich doch dagegen entschieden. Auf jedenfall ist der Protest jedoch gerechtfertigt und notwendig.

Warum der Protest gegen den G8-Gipfel gerechtfertigt ist:

Die Antiglobalisierungsbewegung ist eine internationale soziale Bewegung. Sie entstand zunächst ohne größere Organisation aus einer Mischung mehrerer Gegnergruppen mit unterschiedlichem Hintergrund, die sich gegenüber den Auswüchsen der globalen Wirtschaft wehren und auf einzelne soziale Brennpunkte aufmerksam machen wollen. Die Quelle war mehr ein chaotisches Gebilde, aus dem sich schließlich eine soziale Bewegung entwickelte.
Eine soziale Bewegung ist eine Bewegung, die sich zeitlos aus mehreren vom Kollektiv unterstützte Gruppen zusammensetzt und einen sozialen Wandel von gesellschaftlichen Strukturen herbeiführen will. Sie entsteht aus sozialem Handeln, das soziale Konflikte und Spannungen sichtbar werden lässt.. Aber d.h nicht, dass aus den vielen Spannungen automatisch Bewegungen entstehen.
Der internationale G8-Gipfel-Protest entspringt also indirekt aus den weltweiten sozialen Missständen, die nicht nur, aber vor allem aus der Fehlpolitik und Herrschaftszentrierung einiger weniger Mächtigen entstammt.

Die kongreten Ergebnisse und Ziele, die die Bewegungen für sich selber beanspruchen und von vielen Zweifelnden angesichts des Protest verlangt werden, darf man ihnen nicht als Erwartung aufbürden. Ihr fehlen die Mittel und die Macht die kongreten Verbesserungen und Ergebnisse durchzuführen. Die Chance, Möglichkeit oder, wie man es definieren will, auch Aufgabe der Protestbewegung ist nicht nur Aufmerksamkeit zu erregen und Bewusstseinsveränderung anzustreben, sondern den Mächtigen den „globalen“ Wunsch zu zeigen, die Welt humaner zu gestalten und zu verändern. Der Protest ist eine Gesellschaftskritik und Unterstützung und Anteilnahme an den Probleme der Welt. Und dazu benötigt es kognitive Verbindungen zu Konstitutionen.

Achtung: Die Antiglobalisierungsbewegung ist keine grundlegende Verneinung der Globalisierung, die eh nicht zu verhindern ist. Aber bei den punktuellen Vorteilen, darf man die strukturellen Nachteile nicht übersehen.

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Responses

  1. Ich möchte nebenbei auf die Tradition des heutigen Tages verweisen:
    http://oeffingerfreidenker.blogspot.com/2007/06/der-2-juni.html


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