Verfasst von: sanddancer | Juli 5, 2007

Simbabwe und Europa

Was kann man tun, was soll man tun, wenn man was tun muss. Wenn sich ein Land von selbst abschottet und in sich selbst verfällt. Ein Zustand der nicht mit den pstkomm. Ländern vergleichbar ist. Internationale Politik ist ein großes Stichwort. Aber auch eher ein Wort ohne Grundsatz und Handlungsfreiraum.
Wenn ich diesen Post nutze um ein wenig über das afrikanische Land Simbabwe zu schreiben, über das es sicher einige hoffnungslose Betroffenheitsberichte gibt, dann deshalb weil ich mich frage, wo unser europ. Fokus auf Politik, Möglichkeit und Verantwortung zu Problempunkten in der Welt steht.
Auch in einem Land wie Deutschland in dem es selbst genug soziale Probleme gibt, aber v.a. auch eine Diskussionskultur die auf eine große Apathiegemeinschaft und Medienüberflutung trifft. Deutschland das entwickelte Land mit riesiger Geschichte, Hauptzahler der EU, mit der größten Volkswirtschaft und als drittgrößter Zahler der UN. Das hört sich mächtig an und dennoch sind wir es nicht. Sollten es auch nicht. Unsere Mächte müssen kombiniert werden, wie es die EU versucht, aber wohl an eigenem Machtwillen scheidet. In innereuropäischen politischen Formulierungsfragen kann man sich nicht um andere Probleme/Länder kümmern und dennoch ist gerade eine Union wie die EU die beste Voraussetzung für Problemlösungen.

Simbabwe ist unter der Herrschaft Mugabes einem eiskalten Diktator, der seine Fehler nicht einsehen und sie auch nicht kompensieren will. Seit seinem hoffnungsvollen Beginn 1980 wurde das Land ein Symbol für Misswirtschaft, Elend, sozialer Not, Chaos und Gewalt. Seit 2002 hat die EU und USA aufgrund von Gewalt und Unterdrückung im Polizeistaat ein Wirtschaftsboykott verhängt, dass jede Chance auf wirt. Besserung lähmt. Im inneren herrschen die jugendlichen Kampfeinheiten „Green Bombers“ und tortieren jeden der es wagt ein schlechtes Wort über die Regierung zu sagen. Der Starke herrscht, eine Art Demokratieverständniss gibt es nicht. In der Präsidialrepublik sind seit den letzten 4 Jahren 3 Mio. Menschen ausgewandert, die Inflationsrate beträgt 3714, die Arbeitslosigkeitrate 84%. Eine Busfahrkarte kostet mehr als ein verdienter Monatslohn. Die Lebenserwartung ist seit dem letzten 20 Jahren v. 60 auf 37 Jahren für Männer und 34 für Frauen gesunken. Jede zweite Frau hat Aids! Die Gesamtrate liegt bei 28%. Wer ohne Erlaubnis einreist ist in Gefahr 2 Jahre im Gefängnis zu verbringen. Die Liste könnte man beliebig fortsetzen.

Was also tun? Da ist guter Rat teuer. Interpolitischen Willen und Durchsetzungsvermögen der UNO ist unrealistisch. Innerpolitische Reformen, Oppositionelle Siege bei einer Wahl, Bevölkerungsaufstand oder ein klares Umdenken in Simbabwe selbst sind Wunschträume. Hilfsorganisationen müssen um ihr Leben fürchten. Wartet man bis ein fremdes Land einmaschiert, bis keine Menschen mehr am Leben sind?
Ist es die Verantwortung der westlichen Staaten, deren Koloniemachenschaften zu verurteilen sind, aber sicher nicht der Hauptgrund für den Verfall Simbabwes darstellen, sich um diesen Staat zu kümmern? Simbabwe ist kein Risiko vor dem man Angst haben muss. Daher kann man über eine Verantwortung streiten. Aber die westlichen Staaten haben alleinige Machtmöglichkeiten zur Veränderung und das ist vllt. auch ein Argument für Verantwortung außerhalb der Interessenbereiche. Da die EU mehr Einigkeit besitzt als die UN kann sie vielleicht mehr Druck ausüben. Aber Druck ist nicht das richige Mittel um ein marodes Land gefügig zu machen.
Es bleibt die Tatsache, dass Änderungen v. der Bevölkerung eines Landes selbst ausgehen müssen.

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