Verfasst von: sanddancer | November 6, 2007

Erlebnisse von Zeitzeugen

„Er stand vor der Tür. Verängstigt, verhungert und in Lumpen. Was sollte ich machen? Was sollten wir machen? Er kam direkt von der Front. Ein russischer Gefangener war er, ein sehr junger Mann, er hätte mein Bruder sein können. Ich hatte noch nie so eine verängstigte heruntergekommene Person gesehen. Sobald man einen Schritt auf ihn zukam, zuckte er zusammen. Berühren, reden und fragen funktionierte nicht. Aber meinem Vater war sofort klar, dass er ihn aufnehmen werde und niemals ausliefern würde…..
….Nach langer Zeit zeigen konnten wir ihm verdeutlichen, dass wir ihm gut zugewandt waren und ihm helfen wollten. Es löste sich eine Eisschicht nach der anderen. Das erste mal legten wir eine Suppenschüssel vor seine Füße und versorgten ihn. Er kam langsam zu Kräften und gegenseitiges Vertrauen entstand….
….So ging es ihm besser und er half kräftig in unserer Gärtnerei mit. Nach und nach wurde er ein Teil von unserer Familie. Wir mochten ihn und es zeigte sich was für ein kluger, freundlicher Mensch er war. Er lebte bei uns bis der Tag kam als die russischen Gefangenen nach Hause durften. Er wollte nicht. Und doch musste er gehen. Er verließ uns mit dem Versprechen so schnell wie möglich Kontakt aufzunehmen und zurückzukommen…..
….In Russland haben sie ihn dann umgebracht. Keiner in Russland sollte erfahren von der westlichen Welt.“

Aus einem interessanten Gespräch mit einer alten Dame über eine traurige und doch schöne Geschichte aus der schrecklichsten Zeit der Menschheit.

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