Verfasst von: sanddancer | Januar 7, 2008

Buch – Neger, Neger Schornsteinfeger

Hans-Jürgen Massaquoi nannte es selbst eine Haufen Arbeit und ohne die Hilfe seiner Freunde hätte er die Motivation nicht aufrechterhalten können, sein Leben auf Papier zu bringen und zu veröffentlichen. Fragt sich einer was das besondere an dieser Autobiographie ist, wird dieses Buch diese Frage schnell beantworten. Es ist das Leben eines Menschen bzw. eines Kindes, das unter bestimmten unerträglichen gesellschaftlichen sowie politischen Zuständen, nämlich als Farbiger während des Dritten Reiches, in Deutschland lebte und überlebte. Nicht zuletzt weil er selbstbewusst was, einige Menschen ihm geholfen haben und seine Heimat Hamburg eine relativ belebte Arbeitestadt war.
Was im Buch bzw. im Leben des damals jungen Massaquoi passierte, könnt ihr selbst durchlesen. Mich persönlich hat es mitgerissen. Denn das Buch erzählt eine abenteuerliche Geschichte und ist dazu in einem ehrlichen, ironischen und ja auch heiteren Sprachstil geschrieben, dass es den Leser in gewisser Weise fesselt. Durch die Beschreibungen von Hamburg zur Zeit des Dritten Reiches und Krieges, während der Nachkriegszeit sowie seinen späteren Aufenthalt in Afrika und seiner Ankunft in den USA, bekommt man einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse dieser Zeit, über Zeit und Grenzen hinweg. Wie haben die Menschen gehandelt und gedacht. Wie haben sich die Deutschen verhalten. Ich hatte selbst noch nie von der „Swing-Boy“-Bewegung als Protest gegen die Hitlerjugend gehört und auch nicht gewusst, dass in der Weimarer Republik in Zoos afrikanische Eingeborene neben Tieren ausgestellt wurden. Nebenbei kann man auch etwas über den bekannten dt. Schriftsteller Ralph Giordano lesen.

Das Buch ist einfach interessant und in Zeitungssprache „ein anklagendes Buch gegen Rassismus und Unterdrückung und ein Nachruf an alle diejenigen Menschen, die Massaqoui in seinem Leben geholfen und geprägt habe.“ Massaqoui selbst ist heute Chefredakteur der berühmten afroamerikanischen Zeitschrift Ebony.

Mittlerweile wurde dieses Buch 2006 von ZDF verfilmt. Den Film habe ich noch nicht gesehen, aber hier eine Rezession des Spiegels darüber.

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