Verfasst von: sanddancer | März 15, 2008

Meinung, Mehrheit, Volksparteien

In der neusten ZEITausgabe las ich eine interessante Betrachtung über die „sorgenvolle“ Mitgliederentwicklung der beiden Volksparteien Deutschlands, CDU und SPD. Das veranlasste mich zu einem pauschalisierendem Gedankenexperiment. Verallgemeinerungen sind natürlich nicht wünschenswert und erst gar nicht produktiv oder objektiv. Aber dennoch denke ich, dass ich irgendwie einen wahren Kern getroffen habe: Nämlich, dass das öffentliche Meinungsbild von einer ziemlich kleinen Bevölkerungsanzahl, bzw. den 1,2 Mio. Anhängern von CDU&SPD, getroffen wird.

Die statistische Tabelle über die Mitgliederentwicklung in der ZEIT, zeigte eine negative Entwicklung der Mitgliederanzahl der beiden Volksparteien:
Zusammen haben sie heute eine Mitgliederanzahl von 1,2 Mio.
Die Wahlbeteiligung während der Bundestagswahl 2005 betrug 77%, die Wahlberechigtenzahl 60 Mio. und SPD und CDU besaßen 70% der Stimmen (heute sind es 66%).

Das bedeutet für 2005:
Es haben 46,2 Mio Bürger von 60 Mio. Berechigten gewählt.
Davon haben 32,3 Mio Bürger die SPD sowie CDU gewählt. Das sind etwa 40% der Gesamtbevölkerung und mehr als 50% (oder heute genau 50%) der Wahlberechtigten.

Jetzt dürfen wir uns überlegen, ob und inwieweit die CDU und SPD Volksparteien als Volksvertreter gelten.
CDU uns SPD besitzen eine Zustimmung, Unterstützung, Toleranz von 32 Mio. Bürgern, das wären 40% der Gesamtbevölkerung. Das heißt 1,2 Mio. Mitglieder bstimmen die Politik für 80 Mio. Menschen, mit einer Befürwortung von 40% der Bevölkerung.

Für mich bedeutet das:
Beide Parteien verdienen den Namen Volksparteien, da sie eben von einer relativ großen Anzahl der Bevölkerung gewählt wurden. Dennoch ist diese Zahl weniger als die Hälfte der Gesamtbevölkerung und man weiß nicht genau inwiefern die etwa 32 Mio. Unterstützer, die 1,2 Mio. Wähler von SPD und CDU wirklich unterstützen und befürworten oder einfach nur als „kleineres“ Übel tolerieren.
Man sollte daher aufpassen, inwieweit, die Volksparteien ihre Macht und Meinung für ganz Deutschland aussprechen. „Die Deutschen wollen es so…“ (Das ist dann Demokratie. Aber jede gewählte Mehrheit ist immernoch besser als irgendeine Art von Diktatur).
Und zu meiner Pauschalisierung sage ich dann: Die Volksparteien verdienen den Namen, aber sie geben, wenn sie ihre Meinung abgeben, nicht die Meinung der Mehrheit, was sie für sich beanspruchen, wieder (so als ob man Bundestagswahlen als Meinungsbild zu verschiedenen Themen erheben könnte).

Statistikliteratur:
http://www.bpb.de/wissen/7004AT,0,0,Wahlen_in_Deutschland.html
http://www.btw2002.de/

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