Verfasst von: sanddancer | März 26, 2008

Unnütze Straße

Sie ist nur eine der vielen nebeneinander angeordneten Straßen in der Stadt. Lang und voller Menschen erstreckt sie sich. Ich marschiere auf ihr, in ihr, durch ihre volle Leere an Emotionen, den Bewegungen die nichts ausdrücken.
Es ist schwer die Menschen auf ihr zu erfassen, sie wirken wie statische, austauschbare Figuren. Kein Wunsch wird sichtbar Interesse, Respekt oder sich selbst zu zeigen. Apathische Gefühle des „Egalseins“ sind bestimmend und umgreifen alles. Schilder, Kübelpflanzen und Mülleimer hängen bewusstlos grau, einfach nur da. In der Mitte zeigen Fahrzeuge ihre Wichtigkeit und Bedeutung in lauter Schnelligkeit. Geschwindikeit erhöhen, als ob es wirklich nichts wichtigeres gebe, und daneben laufen diejenigen, die fast nicht mehr laufen können, verloren auf einer großen Straße. Neben mir klirren Kassen, Kameras verfolgen die Arbeit von Supermarktarbeitern. Aus aufgenommenen Arbeitsprotokollen werden gezwungene Lebensprotokolle. Ein Briefkasten sieht man selten. Die Klingel bleibt stumm. Man will sich nicht sprechen, man will sich nicht helfen und erst gar nicht Kontakt haben. Nicht hier ,nicht auf dieser Straße. Und kein Kind lacht dieser Atmosphäre entgegen, das Lächeln würde irgendwo abprallen oder sich in der Länge verlieren. Wer fragt schon hier nach Leben oder Menschlichkeit?
Am Ende stehe ich vor einem Straßennamenschild aus Holz. Es ist leer und gespalten, wie alles hier. Ich will mich wehren und schreibe „Unnütze Straße“ hinein….

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Responses

  1. Mir ging es vor einigen Tagen ähnlich. Die meisten Menschen denen ich begegnet bin, waren in Gedanken versunken, eher trostlos ohne jeglich Mimik zeigend obwohl es ein wunderschön warmer Tag war. Die Unfreundlichkeit einiger Ladenangestellten hat mich nicht wirklich gewundert, die es nicht mal es für notwendig hielten einen zu grüßen geschweige den einen einen schönene Tag bzw WE zu wünschen. Ebenso die tristlose Alltagsbekleidung die sich in den dunklen Farben hält. Keine Gedanke dran zu denken, sich selbst zu zeigen, scheint des ein oder anderen Meinung zu sein, da sonst wohl doch die Ausstrahlung und die Bekleidung farbenfroh sei. Das eine mal begegnete ich einem jungen Mann der die Lebendigkeit des Lebens ausstrahlt, Gefühle zeigt, damit gemeint seien Lächeln, Interesse und das Bewusstsein Dinge die in Vergessenheit geraten zu seien, die in früheren Zeiten als selbstverständlich galten, zu kennen.
    Selten, so einen Moment erlebt.

  2. Ich begegnete ihm noch ein Mal. Die Begegnung spiegelte die apathischen Gefühle des „Egalseins“ wieder, die bestimmend waren und alles umgriffen.
    Egal auf welcher Straße du dich befindest, die Menschen bleiben gleich, vielleicht gibt es einen Hauch der anders ist, der sich aber wieder zum Alten wendet, da die Menschen sich nicht trauen anders zu sein und ihr Leben zu ändern.
    Maybe gibt es welche, die Emotionen zeigen, die sich aber wieder zum Alten wenden, da sie mit den Veränderungen nicht leben können.
    Vielleicht entdecke ich am Ende eine Zeile. Die sagt, Scheint die Sonne in deinem Hezen, dann wirst du vieles Erleben, Zeit zum Genießen haben und unbeschwert Kraft tanken.
    Und die Menschen werden weiterhin emotionslos durch die Straße gehen, egal wo auch immer sie sind.

  3. das Leben ist kein Ponyhof und das spiegelt sich bei vielen wieder.


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