Verfasst von: sanddancer | April 9, 2008

Tibetfrage

Wenn ein Thema die momentane Medienlandschaft beherrscht, dann ist es, ich nenne es mal die „Tibetfrage“. Aufstände und Proteste im Land selbst und auf der ganzen Welt. Als Ansatz dient die Olympiade 2008 in Peking. Der olympische Fackellauf, als Zeichen der Einigkeit, bleibt zynischerweise Stocken zwischen den Solidaritätsprotesten zu Tibet.

Diese Zeichen müssten Ausreichen, um die internationale Politik zum Eingreifen zu bewegen. Damit sind die „global player“ gemeint, die in der letzten Zeit doch so oft verkündet haben, „Gerechtigkeit und Freiheit“ auf der Welt zu verbreiten und zu bewahren. USA, EU, Frankreich, GB, Deutschland wo bleiben die politischen Taten, nach den schüchternen Aufforderung einer Mäßigung chinesischer „Ordnungseinsätzen“? Worten müssen Taten folgen. Doch wir wissen selbst wie stark ihr Rückgrat ist. Vor allem wenn der Gegner das mächtige China heißt, der „Nicht-zu-verärgende-Handelspartner“.

Wie hat FDP Westerwelle in nationaler Pauschalisierung die Libyen-Affäre groß kommentiert: „Wir Deutschen unterstützen keine diktatorische Systeme, nein wir Deutsche tun sowas nicht!“. Welch ein Zynismus, wenn man bedenkt, dass „die Deutschen“ in der Vergangenheit genug diktatorische Systeme willentlich unterstützt haben.
Und auch unsere momentanen, weltweiten militärischen Aktivitäten passen gar nicht zu diesen moralischen Wunschvorstellungen. Aber es ist ja beruhigend, wenn Westerwelle sagt „Wir unterstützen keine diktatorischen Systeme.“ Nein, dass tun wir nicht. Aber wir tun auch nichts dagegen.
Das kann man auf China übertragen. Nein wir unterstützen China nicht und machen sicherlich nichts gegen ihren diktatorischen Aktionen, wenn es darauf ankommt!

Ohne jetzt mal auf die Kritiken an den Dalai Lama einzugehen ebenso wie auf das frühere „tibetische politische“ System als feudale Monarchie. Tibet und seine Einwohner bleiben ein unterdrücktes Volk. Die Verbrechen gehen von einer stärkeren Macht aus. China als militärischer und antidemokratischer Einparteienstaat. Gegenüber anderen der zahlreichen Minderheiten in China scheint es bei den Tibetern einen unglaublichen Willen der Selbstbestimmung zu geben. Sei es aus der gewaltsamen Okkupation heraus, politischen, kulturellen, sozialen oder religiösen Ursachen. Wahrscheinlich wirken alle diese Faktoren zusammen und Tibet sieht sich in einem Befreiungskampf. Wieviele ihn tragen kann man sehr schwer nachvollziehen.

Die Tibetfrage ist noch lange nicht vom Tisch und die Politik muss handeln. Es ist Zeit für dringende Gespräche und es wird Zeit, dass jemand China zwingt diese Gespräche aufzunehmen. Für was haben wir die United Nations….

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